Zum Inhalt springen

Friseure starten eine Kampagne gegen den Enkeltrick

Es war ein schockierender Anruf, den eine Seniorin aus Lüneburg bekam: Der Ehemann der 80-Jährigen hatte angeblich einen Menschen überfahren und getötet. Sie sollte nun 10.000 Euro Kaution an eine Frau übergeben, damit ihr Mann aus der Haft entlassen wird. Die alte Dame gab einer unbekannten Frau daraufhin das Geld. Nach Angaben der Polizei Lüneburg gab es bereits mehrere Betroffene, die ähnliche Anrufe erhalten hatten. Dies brachte die Friseure der Stadt auf eine Idee.

Ungewöhnliche Umgebung

Die Polizei im Nordosten von Niedersachsen geht ungewöhnliche Wege, um den Betrügern das Handwerk zu legen. Damit nicht noch mehr Senioren um ihr Geld gebracht werden, startete die Polizei zusammen mit den Friseuren eine Kampagne. Die Friseure in Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg kamen auf die Idee, Flyer in den Salons an die Spiegel zu kleben, auf denen vor den dreisten Betrügern gewarnt wird. Zudem sensibilisieren die Friseure die Kunden im Gespräch und machen sie auf Betrugsmaschen wie den Enkeltrick aufmerksam.

Lesen:  Mode aus zweiter Hand boomt

Nicht alle sind vernetzt

Nicht alle Senioren interessieren sich für das Internet oder haben einen Computer zu Hause. Wer schlecht vernetzt ist, erfährt auch nicht, was in der Welt und in der näheren Umgebung passiert. Der Salon eines Friseurs ist aber eine Art Kommunikationszentrum, wo sich viele Menschen treffen und die neusten Neuigkeiten austauschen. Dazu kommt, dass viele Senioren nicht nur zum Friseur gehen, um sich frisieren zu lassen, sie schätzen auch das Gespräch. Umso wichtiger ist es, diese Gelegenheit zu nutzen, um die älteren Menschen über die verschiedenen Betrugsmaschen aufzuklären.

Verhaltenstipps beim Friseur

In den Salons in Niedersachsen liegen neben den informativen Flyern der Polizei auch Notizblöcke aus. Auf diesen Blöcken stehen wertvolle Verhaltenstipps, wie beispielsweise „immer misstrauisch sein“ oder „nie Geld überweisen oder aus der Hand geben“. Nach Angaben der Polizei haben Betrüger, die meist im Ausland sitzen, im vergangenen Jahr allein im Nordosten von Niedersachsen mit diversen Tricks mehrere Hunderttausend Euro von älteren Menschen ergaunert.

Lesen:  Neuer Herzschrittmacher erstmals erfolgreich eingesetzt

Bild: @ depositphotos.com / mapo_japan

Nadine Jäger