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Psychisch kranke Menschen und die Hilfe aus dem Drogenlabor

Hinter den vier Buchstaben MDMA verbirgt sich eine synthetische Substanz, die viele Menschen unter dem Namen Ecstasy kennen. Es wird in den Clubs konsumiert, um die ganze Nacht durch tanzen und feiern zu können. Aber MDMA ist mehr als nur ein Rauschmittel, es ist zugleich ein sehr wirksames Mittel für psychisch kranke Menschen.

Ein Meilenstein

Schon jetzt sprechen Mediziner von einem echten Meilenstein in der Medizin und das ausgerechnet im Zusammenhang mit einer Partydroge. MDMA oder Ecstasy kann vor allem Menschen helfen, die schwer traumatisiert sind, wie es häufig bei Soldaten der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die jetzt im Rahmen eines Zulassungsverfahrens veröffentlicht wurde. Patienten, die unter PTBS, einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, können von einer Behandlung mit MDMA deutlich mehr profitieren als von einer klassischen Psychotherapie.

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Was bewirkt MDMA?

Der Wirkstoff 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin, der in den Ecstasy-Tabletten zu finden ist, setzt primär das Glückshormon Serotonin frei. Diejenigen, die die Tabletten nehmen, werden euphorisch, sie verstärken ihre eigenen Empfindungen und es fällt ihnen leichter, Zugang zu den Gefühlen von anderen Menschen zu finden. Wer den Wirkstoff zu sich nimmt, wird kontaktfreudiger, tritt selbstsicher auf und ist empathischer. Aber bei MDMA ist Vorsicht geboten, denn eine Überdosis kann Halluzinationen und Panikattacken hervorrufen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs kommen.

Ein Mittel gegen die Angst

MDMA in der Psychotherapie hilft dabei, verdeckte Emotionen wieder zugänglich zu machen sowie Blockaden und Ängste zu lösen. Für eine erfolgreiche Behandlung einer posttraumatischen Störung ist das relevant und von großer Wichtigkeit. Unter diesem psychischen Trauma verbirgt sich in den meisten Fällen ein Erlebnis, das den Betroffenen zutiefst erschüttert hat, etwa ein Gewaltverbrechen, ein Unfall, eine Naturkatastrophe oder ein Kriegserlebnis. Die Betroffenen verspüren eine große Hilflosigkeit, Angst und einen damit verbundenen Kontrollverlust. MDMA wurde 1986 weltweit verboten, obwohl es schon damals medizinisch genutzt wurde. Seit den 2000er Jahren wird die Substanz jedoch immer wieder untersucht und auch eingesetzt.

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Bild: © Depositphotos.com / belchonock

Nadine Jäger