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Neue Ideen für neue Landärzte

Wer vor Jahren die Serie „Der Landarzt“ gesehen hat, wusste, dass Realität und Fiktion sehr nah beieinander liegen. In der heutigen Realität ist der Mangel an Ärzten, die auf dem Land praktizieren wollen, zu einer schleichenden Krankheit geworden. Aber es neue Ideen für mehr neue Landärzte.

Die Programme der Bundesländer

Jedes Bundesland hat seine eigenen Ideen, um Medizinern die Praxis auf dem Land schmackhaft zu machen. So finanziert Sachsen seit mehr als zehn Jahren ein Studium in Ungarn, wenn die Studenten danach für die Dauer von fünf Jahren auf dem Land als Arzt tätig sind. Bis jetzt haben 200 Studenten das Angebot angenommen, sodass es im nächsten Jahr in Sachsen wieder mehr Landärzte gibt. Pro Jahrgang werden 20 dieser Studienplätze von den sächsischen Krankenkassen finanziert. „BeLa“ nennt sich das Programm in Bayern. Hier bekommt die Studenten eine praxisnahe Ausbildung sowie Seminare in Betriebswirtschaft, um später auf dem Land erfolgreich arbeiten zu können.

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Ein anderer Weg

Frankreich leidet unter einem ähnlichen Problem wie Deutschland, geht aber einen ganz anderen Weg. Als im Nachbarland ein Hausarzt ohne einen Nachfolger in Rente ging, kam ein junger Arzt auf die Idee, ein „Ärztekarussell“ ins Leben zu rufen. Bei diesem Modell springt ein Arzt oder eine Ärztin irgendwo im Land für die Dauer von einer Woche in einer Gemeinde ein. Die Mediziner bekommen ein Haus und Sprechstundenhilfen. Das Ganze nennt sich „Médecins solidaires“ und soll jetzt auf 150 Praxen im ganzen Land erweitert werden.

Was ist der „Klebeeffekt“

Für viele Fachleute ist der sogenannte „Klebeeffekt“ ein Modell für die Zukunft des Landarztes. Es gilt, junge Menschen für den Beruf des Landarztes zu begeistern. Die Jungmediziner sollen in den kleinen Orten und Gemeinden eine andere Perspektive ihres Berufes kennenlernen und sich so wohlfühlen, dass sie sich dort nach dem Studium als Landärzte niederlassen wollen. Die Ausbildung muss natürlich auch aus finanzieller Hinsicht entsprechend angepasst werden, wie es in Norwegen schon seit einigen Jahren erfolgreich der Fall ist.

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Bild: @ depositphotos.com / ginasanders

Nadine Jäger