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Gibt es bald einen Impfstoff gegen Krebs?

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 240.000 Menschen an Krebs. Jetzt hat ein Biotechnologie-Unternehmen aus Mainz einen Impfstoff gegen Krebs entwickelt, der für große Hoffnungen sorgt. Biontech stellte jetzt die ersten Studienergebnisse des Krebsimpfstoffs „CARVac“ vor. Könnte es wirklich der Durchbruch sein, die schreckliche Krankheit zu besiegen?

Der Körper repariert sich selbst

Bei der Gründung von Biontech vor 15 Jahren stand Krebs im Vordergrund, die Gründer wollten ursprünglich ein Medikament gegen Krebs entwickeln. Die Impfung gegen Corona basiert bereits auf dieser neuartigen Technologie. Dabei wird ein ganz bestimmtes Protein in eine Zelle eingebracht und hilft dann dem Körper dabei, sich selbst zu reparieren. Die aktuellen Studien stimmen zuversichtlich. So wurde der Impfstoff an 44 Patienten in vier Dosierungen erprobt, bereits nach der zweiten Dosierungsstufe konnten die Forscher einen Zwischenstand feststellen.

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Die Tumore schrumpfen

Erstaunlich ist, dass bei 59 Prozent der Studienteilnehmer die Tumore um mindestens 30 Prozent zurückgegangen sind. Noch besser ist aber, dass die Erkrankung bei 95 Prozent der Probanden nach der Impfung stabil geblieben ist. Dies bedeutet, dass der Tumor nicht weiter gewachsen ist. Die Wirkung nach den vier Dosierungsstufen fällt jedoch geringer aus: Bei 45 Prozent der Patienten schrumpften die Tumore um mindestens 30 Prozent, bei 74 Prozent blieb die Krebserkrankung dagegen stabil.

Einfach andocken

Den Patienten, die mit der Therapie behandelt werden, wird Blut abgenommen. Anschließend werden die weißen Blutkörperchen entfernt und aus ihnen die sogenannten T-Zellen entnommen. Diese bekommen nun den Impfstoff und das entnommene Blut wird dem Patienten per Infusion wieder verabreicht. Die geimpften Zellen sollen dann an die Tumorzellen andocken und sie erfolgreich bekämpfen.

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Gibt es Nebenwirkungen?

Bei neuen Medikamenten stellt sich natürlich immer die Frage: Welche Nebenwirkungen gibt es und wie stark fallen sie aus? Bei der neuen Krebsimpfung wurde bei 23 der 44 Testpersonen ein Anstieg von Entzündungen beobachtet. In den meisten Fällen war es Fieber oder ein zu niedriger Blutdruck, nur bei zwei Probanden waren die Beschwerden längerfristig, in einem Fall bestand sogar Lebensgefahr.

Bild: © Depositphotos.com / shalunx13

Nadine Jäger