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Sicher Busfahren in Paris

Nicht jeder, der in einer Großstadt bei Nacht unterwegs ist, fühlt sich sicher. Laut aktuellen Umfragen ist eher das Gegenteil der Fall. Auch die Angst, im Dunkeln durch die Straßen zu gehen, wächst. In vielen großen Städten gibt es jetzt Überlegungen, wie diejenigen, die nachts unterwegs sind, sich sicherer fühlen können. Die französische Hauptstadt hat die Pläne jetzt in die Tat umgesetzt und das Busfahren in Paris sicher gemacht.

Anhalten auf Zuruf

Die Idee gab es schon länger, aber jetzt wurde sie auch umgesetzt: das Anhalten auf Zuruf. Fahrgäste können dem Busfahrer Bescheid sagen, wenn sie aussteigen wollen, und zwar nicht nur an regulären Haltestellen. Alle, die ab 22:00 Uhr noch mit dem Bus unterwegs sind, können den Fahrer bitten, praktisch vor der Haustür oder ganz in der Nähe der Wohnung zu halten. Dadurch kommen Frauen sicher nach Hause und sparen zudem das Geld für ein Taxi.

Keine neue Idee

In Deutschland gibt es diese Möglichkeit schon seit einiger Zeit, allerdings nicht immer. In Hannover und in Erlangen halten die Busse auf Zuruf nur an den Wochenenden, oft auch nur teilweise, in Bonn und im Ruhrgebiet wird diese Sicherheitsmaßnahme aber nur auf einigen Strecken angeboten. Hier ist es wie in Paris möglich, auch zwischen den einzelnen Haltestellen anzuhalten, um den Weg nach Hause zu verkürzen. Viele Frauen fühlen sich so sicherer und können jederzeit aussteigen, wenn sie im Bus belästigt werden.

Studie des BKA

In den großen Städten wie Paris gibt es immer mehr sogenannte „Angsträume“, die Frauen bei Dunkelheit meiden. Dies geht aus einer Studie des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2022 hervor. Es sind aber nicht nur bestimmte Plätze oder Straßen, die Frauen Angst machen, auch in öffentlichen Verkehrsmitteln fährt mittlerweile die Furcht mit. Unterführungen, die nach Hause führen, werden inzwischen von sehr vielen Frauen gemieden. Sie nehmen stattdessen lieber Umwege in Kauf, selbst wenn sie dafür länger unterwegs sind. Das Beispiel Paris zeigt, dass auch mit einfachen Mitteln mehr Sicherheit möglich ist.

Bild: @ depositphotos.com / kaczor58

Nadine Jäger